Finanzielles

Die nachfolgenden Seiten enthalten eine Übersicht über finanzielle Förderungen und Stipendien, die für pflegende Angehörige an österreichischen Universitäten relevant sind. Auch in den Bundesländern gibt es spezifische Förderungen – bitte kontaktieren Sie dazu die Fachabteilung Ihrer Universität. 

Pflegegeld

http://www.sozialministeriumservice.at/site/Pflege/Pflegegeld

Das Pflegegeld ist ein pauschalisierter Beitrag zur teilweisen Abdeckung der pflegebedingten Mehraufwendungen. Es soll außerdem die Möglichkeit, ein selbstbestimmtes, den eigenen Bedürfnissen entsprechendes Leben zu führen, erleichtern.

Voraussetzungen für den Bezug von Pflegegeld sind:

  • gewöhnlicher Aufenthalt in Österreich
  • das Vorliegen eines ständigen Betreuungs- oder Hilfsbedarfs wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung bzw. einer Sinnesbehinderung, die voraussichtlich mindestens sechs Monate andauern wird
  • das Vorliegen eines ständigen Pflegebedarfs von mehr als 60 Stunden im Monat.

Die Höhe des Pflegegelds richtet sich nach dem Ausmaß des erforderlichen Pflegebedarfs und wird in sieben Stufen gewährt. Ein Antrag auf Pflegegeld kann von den pflegebedürftigen Personen selbst, von gesetzlichen VertreterInnen bzw. von SachwalterInnen, von Familienmitgliedern oder von Haushaltsangehörigen gestellt werden.

Der Antrag kann (per Formular oder formlosem Schreiben) bei folgenden Stellen eingebracht werden:

  • Als Pensions- oder RentenbezieherIn: bei der zuständigen Versicherungsstelle (jene Stelle, die auch Pension oder Rente ausbezahlt).
  • Berufstätige Personen, mitversicherte Angehörige und BezieherInnen einer Mindestsicherung bzw. eines Rehabilitationsgeldes: bei der Pensionsversicherungsanstalt.
  • BezieherInnen einer Beamtenpension eines Landes oder einer Gemeinde: bei der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter - Pensionsservice.

Vertretung bei Verhinderung pflegender Angehöriger

Wenn pflegende Angehörige aus wichtigen Gründen (Krankheit, Urlaub oder andere wichtige Gründe) an der Erbringung der Pflege verhindert sind, können sie eine Zuwendung aus dem Unterstützungsfonds für Menschen mit Behinderung erhalten.

Die Unterstützung zur Finanzierung von Ersatzpflege gibt es für 

  • pflegebedürftige Menschen, die sich zumindest in Pflegegeldstufe 3 befinden,
  • für Menschen, die sich in der der Pflegegeldstufe 1 oder 2 befinden und den Nachweis einer demenziellen Erkrankung erbringen können, und für
  • minderjährige Personen, die sich zumindest in Pflegestufe 1 befinden.

Gefördert werden Ersatzpflegemaßnahmen im Ausmaß von zumindest sieben Tagen, höchstens aber vier Wochen jährlich, die Untergrenze bei Minderjährigen und Demenzerkrankten liegt bei vier Tagen. Gefördert werden professionelle (institutionelle) oder private Ersatzpflege oder Mischformen. Die Förderhöhe richtet sich nach der Dauer der Ersatzpflege. Informationen zur finanziellen Zuwendung aus dem Unterstützungsfonds für Menschen mit Behinderung bei Verhinderung pflegender Angehöriger:

Weitere Förderungen

Bei Personen, die zu Hause leben und eine 24-Stunden-Betreuung in Anspruch nehmen kann unter bestimmten Voraussetzungen um eine Förderung angesucht werden. Hierfür muss sich die pflegebedürftige Person zumindest in Pflegestufe 3 befinden, bei Pflegestufe 3 und 4 muss zusätzlich eine fachärztliche Bestätigung über die Notwendigkeit der 24-Stunden-Betreuung vorliegen. Daneben sind weitere Voraussetzungen zu beachten. Außerdem gibt es die Möglichkeit des Zuschusses zu Pflegehilfsmitteln und Wohnraumadaptierungen.

Unter bestimmten Voraussetzungen hat man Anspruch auf Befreiung von der Rezeptgebühr, der Rundfunkgebühr und vom Kostenanteil für Heilbehelfe und Hilfsmittel.

Wenn die Kosten für den Aufenthalt in einer stationären Einrichtung höher sind als die Einkünfte der gepflegten Person, kann Zuzahlung aus der Sozialhilfe beantragt werden.